Pesto – Variationen

 |  18. August 2022  |   Ulrike Feldmann  |  

Pesto – Variationen – Alles ist möglich..., Hauptsache es schmeckt      

Ob klassisch mit Pinienkernen, Nüssen oder kostensparender mit Sonnenblumenkernen – Ich finde, Pesto darf alles Mögliche sein. Schmecken muss es halt! 

Am Wochenende nehme ich mir immer etwas Zeit, um z.B. Dressings, Dips etc. für die jeweils kommende Woche vorzubereiten. Diese 1 bis 2 Stunden Zeitinvestition retten mich innerhalb der Woche, wo es auch in meiner Küche zügig von der Hand gehen darf. Das betone ich gerne immer wieder: Es entsteht nämlich auf Seiten wie dieser nicht selten  der Eindruck, das Menschen, wie ich, sich den lieben langen Tag mit Essen beschäftigen. Einige tun dies vielleicht auch. Vor mir sitzen daher nicht selten Frauen, die sagen: "Ulrike, so viel Zeit, wie du habe ich einfach nicht!" Da möchte ich hier gerne noch einmal betonen: Essen ist nicht meine Religion und alleiniger Lebensinhalt. Auch ich esse um zu leben! Allerdings habe ich stets den Anspruch, dass das, was auf unseren Tellern landet wirklich gesund, frisch und lecker ist. 


Und ein Pesto, wie auch immer zusammengestellt, gehört zum festen Bestandteil meiner Vorbereitungen für die Woche. 


Pesto –  ein bisschen Italien für Zuhause

Warum Pesto auch in deiner Küche zum "Must Have" aufsteigen kann

Ich liebe Italien, das Lebensgefühl, die Mode und natürlich auch die mediterrane Küche. Wenn wir unsere Koffer packen und uns auf den Weg in den Süden machen, ist das für mich  wie nach Hause kommen.  Mein Pesto ist daher immer ein bisschen Urlaub, ein bisschen Italien auf unseren Tellern. Du siehst, ich verfall ins Schwärmen...; denn schließlich ist es bald wieder soweit.

Sollten deine Vorlieben für fremde Länder andere sein, so kannst du Pestos dennoch lieben lernen. Schau mal, vielleicht krieg ich ja den Fuß in deine Tür....

  • Vielfältiger geht's kaum: Die Einsatzgebiete von Pesto gehen über das klassische Pastagericht weit hinaus. Es passt zu Kartoffelgerichten, Grillgemüse, aufs Brot, zu Cräckern. Natürlich schmeckt es auch zu Reisgerichten, Hirse und Polenta...Fällt dir noch mehr ein? Du findest am Ende dieses Artikels einige meiner Inspirationen...
  • Irgendetwas für ein Pesto hast du immer im Haus: Als Basis eignet sich Grünzeug aller Art. Von Basilikum, Petersilie und Koriander (ACHTUNG! Koriander ist zwar mega gesund, aber nicht für jeden Gaumen ein Genuss.), Rucola und Spinat,  über Möhren- und Radieschengrün bis zum Grünkohl reichen meine Variationen. Gerne ergänze ich mit einer Hand voll Wildkräutern (z.B. Brennnessel oder Löwenzahn), die ich von Spaziergängen mitbringe.  
  • Zero Waste ist nicht nur Trend, es sollte unsere Zukunft sein: In ein Pesto passt auch mal Grün, das seine allerbesten Tage schon hinter sich hat und evtl. etwas welk ist. Wegwerfen musst du es deshalb noch lange nicht. 
  • Go Green: So sollte unser Motto in der Küche lauten; denn "Grünzeug" insbesondere Kräuter haben das, was uns heute fehlt. Enzyme und Vitalstoffe pur. Mit einem Pesto holst du dir ganz einfach den Löffel mehr Power auf den Teller. 
Pesto, ein bisschen Italien für Zuhause

Pesto – Basisrezept

Kombiniere nach Lust und Laune und was dein Kühlschrank oder Garten hergibt....

100 g "Grünzeug"

Basilikum ist natürlich der Klassiker. Petersilie, Rucola, Möhren- und Radieschengrün, Spinat, Grünkohl im Winter passen auch wunderbar. 
In Kombination mit Wildkräutern wie Brennnessel oder Löwenzahl bringst du noch mehr Vitalstoffe ins Spiel. Pestos, die ausschließlich aus Wildkräutern bestehen, können einen ungeübten Gaumen überfordern. Sie sind oft sehr bitter. Spinat mit Wildkräutern sind für mich eine ideale Mischung, wenn es um den Geschmack geht. Der milde Spinat gleicht das Bittere der Kräuter dann aus. 

1 - 2 Knoblauchzehen

Knoblauch kann in seiner Intensität variieren. Daher lieber erst mal weniger. Mehr geht hinterher immer noch!

60 g Nüsse

Pinienkerne sind besonders lecker, aber eben auch preislich der Porsche. Auch Walnüsse passen wunderbar. Ich nutze auch gerne angekeimte und wieder getrocknete Sonnenblumenkerne oder Pistazien (auch nicht ganz preiswert, aber sooo lecker)
Alternativ kannst du auch 3 EL Nussmus (z.B. aus Mandeln, Erdnüssen, Sesamöl = Tahini) verwenden. Macht das Pesto cremig. Ich finde das ist Geschmacksache. Persönlich mag ich es stückiger lieber. 

200 ml Olivenöl

Hier sollte es schon ein hochwertigeres Olivenöl sein. Woran du das erkennst? Olivenöl sollte in Kanistern oder dunklen Glasflaschen abgefüllt sein mit der Aufschrift "Extra virgin", was soviel bedeutet, dass das Öl mechanisch, kalt gepresst wurde. 

Gewürze

Hier ist weniger mehr, denn der kräftige Geschmack des Grüns in Kombination mit dem Öl muss ja nicht verfremdet werden. Etwas Steinsalz und Pfeffer reicht aus. Eine Messerspitze abgeriebene Zitronenschale unterstreicht das Mediterrane und erhält die Farbe. 
Wenn dir der Parmesan fehlt: 1 TL Hefeflocken bringen an vegane Gerichte würzig und "käsigen" Geschmack. Aber natürlich hindert dich niemand daran, Parmesan hinzuzufügen. Ich stelle hier keine Dogmen auf 😉

Pesto – Variationen – Ein paar Faustregeln für die Zubereitung

So vielfältig die Möglichkeiten sind. Ein paar Dinge gilt es bei der Zubereitung deines Pestos zu beachten, sonst kann das Ergebnis bitter ausfallen

Oberste Priorität: Behandle die Zutaten schonend! Traditionell stellen die Italiener ihr Pesto im Mörser her – aus gutem Grund. Ich persönlich nutze jedoch auch gerne den Komfort meines Mixers, nutze die Mixstufen aber mit Bedacht. Eine mittlere reicht hier völlig aus. Sonst entsteht Pampe! Habe hier am Anfang aber auch mein Lehrgeld bezahlt. Wenn du die folgenden Punkte bei der Zubereitung beachtest, kannst du dir das ersparen und wirst auf Anhieb mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein:

  • Olivenöl mag es nicht im Mixer all zu sehr herumgeschleudert zu werden. Daher mein Tipp: Gib erst das Grünzeug mit den Nüssen und dem Knoblauch in den Mixer, etwas Wasser dazu, und pürier das Ganze OHNE Öl. Anschließend kannst du das Öl von Hand unterrühren oder du nutzt die Puls-Funktion deines Mixers. 
  • Sollte dein Pesto doch einmal zu bitter geworden sein, kannst du es mit "neutralem" Grün wie Spinat immer noch retten.
  • Wenn du das Pesto in ein sauberes Glas gibst,  noch einmal großzügig mit Öl bedeckst, stets einen sauberen Löffel zur Entnahme verwendest, hält es sich im Kühlschrank für Monate. So kannst du dir z.B. im Herbst aus Kräutern und Grün aus deinem Garten einen Vorrat für die Wintermonate anlegen.

Pesto – Variationen – Für Köch*innen mit Mut zur Phantasie

Hier einige meiner Ideen, wo Pesto zum Einsatz kommt....

Kochen haarklein nach Rezept ist nicht so meins. Ich lass mich gerne inspirieren und mach dann mein Ding draus. Persönlich mag ich Gerichte, die ich jederzeit abwandeln kann, die entweder gut vorzubereiten sind und/oder auch am nächsten Tag mir oder meinen Liebsten noch kalt am Arbeitsplatz schmecken. 
  • Als Ersatz für Dips, wo du sonst zu Produkten auf Milchbasis gegriffen hast.  
  • Zu gedünstetem oder gegrilltem Gemüse aller Art.   
  • Du hast ein paar Kartoffeln zu viel gekocht? Mit etwas Pesto, Gurken- oder Zucchinistücken, frischen oder getrockneten Tomaten ein paar Pinienkernen oben drauf, entsteht ein leckerer sättigender Salat, auch für den nächsten Tag.  
  • Mit roten Linsennudeln oder Hirse, frischen Cocktailtomaten etwas Rucola . Schmeckt warm und auch kalt am nächsten Tag im Büro. 
  • Auf`s Brot zusammen mit Salat, Gurke, Tomate, Rettich, Radieschen Keimlingen etc. als Ersatz für Wurst und Käse sowieso, aber auch für die klassischen Aufstriche aus dem Bioladen.  
  • Zu Polentaschnitten: Auch die kannst du vorbereiten und bei Bedarf entweder kalt mit deinem Pesto essen oder sie in etwas Olivenöl kurz anbraten.
  • Als Grundlage für ein schnelles Salatdressing: Einfach ein wenig Wasser und etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer dazu.  
  • Als Topping auf Salaten, Eintöpfen aller Art und Suppen. Einfach der eine Löffel mehr Grün, mehr Geschmack, mehr Genuss.... 
  • Als Füllung für Pfannkuchen und Teigtaschen.
  • .....
Sind hier Inspirationen für dich dabei? Dann leg los.... Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren und natürlich "Buon Appetito"! 
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